Anfang August 2008 startete das zweite ZFD-Projekt des forumZFD im niedersächsischen Quakenbrück. Vorausgegangen waren intensive Gespräche zwischen der Arbeitsgemeinschaft Ziviler Friedensdienst in Deutschland (ArGe ZFDiD) und Vertretern aus Stadtverwaltung und lokaler Zivilgesellschaft. Mit der Projektdurchführung beauftragte die ArGe ZFDiD das forumZFD, nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Erfahrung aus der Durchführung von ZFD-Projekten im In- und Ausland.
Stadtteilfest in der Quakenbrücker Neustadt. Foto: Privat |
Die Kleinstadt Quakenbrück liegt im Landkreis Osnabrück und ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Artland. Das Zusammenleben der Menschen wird dadurch geprägt, dass von den 13.000 Einwohnern 28% Zuwanderer sind – darunter 2.200 Spätaussiedler und 650 muslimische Griechen. 45% der jugendlichen Quakenbrücker haben einen Migrationshintergrund. Diese Situation hat die Stadt veranlasst, vielfältige Aktivitäten mit zahlreichen Partnern im gesamten Stadtgebiet zu initiieren. Im Fokus steht dabei besonders der Stadtteil Quakenbrück-Neustadt, da in diesem Quartier die weitaus größte Zahl der Migranten lebt.
Die Quakenbrücker Stadtverwaltung und die lokale Zivilgesellschaft erwarten vom ZFD Anregungen und Expertise für die weitere Professionalisierung des Integrationsprozesses in der Stadt. Der neutrale Blick durch Fachleute, die nicht Teil der lokalen Konflikte, Meinungen und Vorurteile sind, soll helfen, die Binnensicht zu verändern und nachhaltige Prozesse für eine friedliche, gemeinsame Zukunft aller Quakenbrücker zu ermöglichen.
Stadtteilfest in der Quakenbrücker Neustadt. Foto: Privat |
Kern des Projekts ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Handlungskonzepts. Im intensiven Austausch mit Stadtverwaltung, Kommunalpolitik, Polizei, Schulen und Sozialträgern sollen die strukturellen Integrationshemmnisse und wesentlichen Konfliktpotenziale herausgearbeitet werden. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme wird das Team des forumZFD in den kommenden sechs Monaten Handlungsempfehlungen für aktuelle und zukünftige Integrationsmaßnahmen entwickeln.
Das Projekt wird gemeinschaftlich gefördert durch die Stadt Quakenbrück und die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück.